Eine Vielzahl von Kletterern hat am Samstag den Weg in den Blockpark Erfurt gefunden, um das Finale des Boulderwettkamps im Ostblockcup zu bestreiten.

″Die Boulder wurden sehr gut geschraubt, die Bewegung sehr ästhetisch und die Schwierigkeit nicht eine Frage der Spannweite″ urteilte Maria. Drei Stunden später gewann sie in der Kategorie Frauen. Bei der Kategorie Relax waren die Boulder am Pilz mit den großen Volumen besonders beliebt. Die liegenden Platten wurden als recht anspruchsvoll eingeschätzt. Um die schwierigsten Boulder zu meistern, war viel zu pressen und zu stützen, d.h. beim Schrauben der Boulder−Probleme wurde sehr viel Wert auf den technischen Anspruch gelegt. Weiter kam also nicht unbedingt der− oder diejenige mit dem dicksten Oberarm oder den stärksten Fingern, sondern es waren Kletterwitz und Beweglichkeit beim Lösen der Probleme gefragt.

 

Deshalb wohl wurde von vielen der Ideenreichtum der Routen−Schrauber gelobt. Besonders spannend war das Geschiebe über liegende Platten, Verpressen von dicken Sloopern und Piazen an steilen Kanten. Dem einen oder anderen Liebhaber von Fingerschmalz hat dabei allerdings auch das ordentliche Zudonnern von kleinen Crimperleisten gefehlt. Somit konnte immerhin finger− und gelenkschonend geklettert werden.

Wer nun denkt, nichts dabei für große Muckies, der irrt: an der ″Walze″, in der ″Garage″ und an der ″Nose″ wartete beste athletische Kletterei in extra steilem Gelände auf den Aspiranten.

 

Es ging recht ruhig zu in der Quali−Phase, zumal diese mit Start um 10.30h und Ende um 16.30h viel Zeit für Kaffee, Kuchen und sich sonnen auf der Terasse ließ, schönster blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Umso aufmerksamer wurde jeder Jubelschrei für einen mühsam erarbeiteten und dann doch getoppten Boulder wahrgenommen.

Wie oft bei solchen Wettkämpfen, konnte man beobachten, wie sich die Kletterer sehr fair gegenseitig Tipps gaben. Fraglich war nur, ob die zierliche Julia mit der Lösung des 1,85m−Mannes, die er ihr sehr hilfsbereit erklärte, wirklich etwas anfangen konnte.

 

Sehr viel lauter ging es dann im Finale zu, hier starteten vier Frauen, eigentlich alle vier, die sich in diesem Level eingeschrieben hatten. Bei den Männern kamen fünf ins Finale. Alle wurden mit Applaus und lautem Rufen sehr fair vom Publikum angefeuert und ordentlich gepusht. Zu klettern waren jeweils drei Boulder, jeder Finalist hatte fünf Versuche für jeden Boulder, der erste Versuch im On−sight−Modus, die weiteren Versuche wurden abwechselnd und mit Zuschauen absolviert. Man merkte den Kletterern schon etwas die Müdigkeit an, hatten sie doch immerhin 6 Stunden Bouldern in den Fingern.

Der erste Boulder für die Männer in super steilem Gelände, der ″Walze″, konnte von keinem Kletterer getoppt werden, alle kamen ähnlich weit. Den Startboulder der Damen am ″Schiff″ konnte nur Maria toppen. Dagegen konnten den 2. Finalboulder am ″Schiff″ alle fünf Männer toppen, bei den Damen war an der ″Walze″ wieder nur Maria erfolgreich. Die letzen beiden Finalboulder schienen technisch besonders anspruchsvoll zu sein. Bei den Frauen war vor allem Beweglichkeit und Verpressen von Kanten in der Verschneidung der beiden Toasts gefragt, bei den Männer war unter der ″Nose″ Fingerkraft und vor allem Körperspannung von großer Bedeutung.

 

Den 3. Final−Boulder im Sektor ″Toast″ konnte niemand der Finalistinnen toppen, Maria kam hier am weitesten. Bei den Männern konnte auch dieses Problem von keinem Kletterer gelöst werden. Somit konnte sich Maria mit zweimal Top den Sieg bei den Frauen sichern, vor Julia aus Dresden und Viktoria ebenfalls aus Dresden.

Bei den Männern entschied mehr oder weniger die Vorrunde, da im Finale alle in etwa gleich kletterten. Hier gewann Frank aus Halle, vor Tobias aus Dresden und Tristan aus Leipzig.

Ein nettes Detail war, dass die Sieg−Preise ″gerecht″ verteilt wurden, so haben die Sieger der Gesamtwertung im Ostblockcup, nicht nochmals einen Preis erhalten, wenn sie auch in der Tageswertung Blockpark vorn waren, sondern dann wurden die Viert− und Fünftplazierten mit Preisen bedacht.

 

Großen Dank ergeht an Kurt und das Erfurter Team, die noch bis 2 Uhr nachts gearbeitet haben, um die Boulder zu schrauben und diesen tollen Wetkampf vorzubereiten.

Die Daten:

91 Teilnehmer insgesamt, 28 Männer und vier Frauen in der Kategorie Power, 47 Männer und zwölf Frauen im Relaxed−Level.

Zu Klettern waren im Niveau Relax 27 Boulder, im Powerlevel einer weniger(!!) also 26 Boulder.

Die Schwierigkeiten im Relax−Level lagen zwischen und 4 und 6c, im Power−Level zwischen 6a und 7c auf der Bleau−Skala.

 

Ins Finale kamen

Frauen: Maria Contreras (Leipzig), Julia Maul (Jena), Julia Roediger (Dresden), Viktoria Höfig (Dresden)

Männer: Frank Jänecke (Halle), Tobias Wolf (Dresden), Tristan Schmidt (Leipzig) Jörg Peiske (Weimar), Benjamin Gerono (Halle) Wertung:

 

Frauen Power:
1. Maria Contreras
2. Julia Roediger
3. Viktoria Höfig

 

Frauen Relax:
1. Frauke Schmidt (Leipzig)
2. Julia Streithoff (Dessau)
3. Pia Zuber (Halle)

 

Männer Power:
1. Frank Jänecke
2. Tobias Wolf
3. Tristan Schmidt

 

 

Männer Relax:
1. Robin Berg (Leipzig)
2. Phillip ? (Erfurt)
3. Markus Vater (Erfurt)

 

 

Gesamtwertung Ostblockcup:

Frauen:

1. Jule Winter

2. Julia Roediger

3. Victoria Höfig

 

Männer:

1. Frank Jänecke

2. Tobias Wolf

3. Conrad Kistner

 

 

Text:Thor Schmidt